Und Tschüss Melbourne – Hallo Grampians NP

Und nun wieder der Ingo:

Am heutigen Morgen sind wir bereits um 8.00h aufgestanden und waren beide total fit. Wir haben dann die Vorhänge vorgezogen und festgestellt, dass das Wetter wieder mal total beschissen war. Es hat geregnet – bzw. war sehr kurz davor. Die Wetteraussichten im Fernsehen sagten auch nichts besseres voraus als Regen in den nächsten 3 Tagen. Somit haben wir beschlossen, heute nicht mehr den gesamten Tag in Melbourne zu verbringen, sondern irgendwann gegen Mittag (oder frühem Nachmittag) in Richtung Geelong zur Great Ocean Road aufzubrechen.

Also packten wir unsere Sachen und brachen in Richtung Elizabeth Str. auf, wo Maui bzw. Thrifty, unsere Autovermietung ist. Auf dem Weg lag noch ein Musik-Store, in welchen wir erst einmal rein gingen. Sabrina hat von einen der beiden Schwedinnen den Tipp bekommen, dass die Sängerin Delta Goodman hier absolut „in“ sein sollte. Also haben wir uns ein paar CDs für die Fahrt gekauft und sind besser gelaunt zur Mietstation weiter gegangen.

Dort angekommen machten wir erst ein mal eine Erfahrung der dritten Art. Die Dame(n) hinter dem Desk waren derart unfreundlich, dass wir uns fragen mussten, wie dieser Laden überhaupt überleben kann. Vermutlich liegt das daran, dass die meisten Personen die Autos in ca. 20.000 Kilometer Entfernung anmieten… Das erste, was sie uns sagte, also wir um 10.30 dort waren, dass wir um genau 8.00h dort gewesen sein sollten und sie – weil wir das nicht waren – deshalb unser Auto weg gegeben haben… Super, da wären wir beide fast ausgerastet. Es hat dann aber doch noch alles sehr gut geklappt, wir haben das selbe Auto bekommen, wie wir auch auf unserem ersten Trip hatten, einen Toyota Camry.

Als nächstes sind wir dann zurück zum Hotel, um dort auszuchecken und unser Auto zu beladen. Auf dem Weg zum Hotel ist uns aufgefallen, dass man in Melbourne sich auf der linken Spur einordnen muss, wenn man rechts abbiegen möchte (noch ein kleiner Hinweis: in Australien führt man auf der linken Seite und da ist das Rechts-Abbiegen etwas problematischer). Mal echt sehr komisch, dass man die Links-Abbieger blockieren muss, um rechts abzubiegen…

Wir sind dann zum Hotel, haben direkt davor einen Parkplatz gefunden und in die Parkuhr für eine halbe Stunde eingeschmissen. Das Auschecken beim Hotel hat auch ohne große Probleme geklappt, obwohl wir beim Einchecken ja bereits einige Probleme hatten. Hier erfuhren wir auch, dass wir bei HRS.com nur reserviert, jedoch kein Geld gelassen haben und wir direkt im Hotel zahlen durften. In der Zwischenzeit räumten wir noch unsere Sachen ins Auto ein, um danach direkt aufbrechen zu können.

Anschließend haben wir noch einen sehr kurzen Abstecher in das nahe gelegene Internet Cafe gemacht, um ein paar Bücher zu bestellen und die Wetter-Voraussagen für die nächsten Tage und die entsprechenden Regionen zu checken. Wir waren je nur 10 Minuten im Internet und sind dann relativ schnell wieder zurück zum Auto. Dort angekommen stellten wir fest, dass wir ein Parking-Ticket bekommen haben. Wir durften somit 50 $ zahlen, da wir höchstens für 4 Minuten überzogen haben – super oder?!?

Als wir dies festgestellten, haben wir entschlossen, dass wie Melbourne scheiße finden (bzw. wir mit der Stadt – oder andersherum – nicht warm werden) und wir keine Minute länger hier verbringen werden. Weiterhin hatten wir mal geplant, einen weiteren Tag in Melbourne zu verbringen – auf dem Rückweg von der Great Ocean Road nach Canberra. Diesen Tag haben wir ebenfalls ausnahmslos gestrichen.

Also sind wir auf direktem Weg zur M1, dem Motorway in Richtung Geelong, der zur Great Ocean Road führte. Es war irgendwie ein befreiendes Gefühl, die Skyline von Melbourne im Rücken zu haben. Irgendwie habe ich zu diesem Zeitpunkt geahnt, dass unsere Pech-Strähne jetzt ein Ende haben wird – obwohl ich noch sehr angepisst war von dem Ticket, welches wir bekommen haben (wegen 5 Minuten)!

Auf dem Weg nach Geelong ist uns dann aufgefallen, dass das Wetter immer schlechter und schlechter geworden ist und wir das Gefühl bekamen, dass in ganz Victoria der Winter im Einzug ist… Wir haben kurzer Hand entschieden, dass es absolut nicht sinnvoll ist, die Great Ocean Road anzusehen, wenn wir auf der Straße nicht einmal 200 Meter sehen konnten, da es so geregnet hat. Kurz vor Geelong entschieden wir uns dafür, heute den Grampians National Park anzusehen. Wir sind war einen kleinen Umweg gefahren, der hat sich aber absolut gelohnt.

clip_image002Der Weg nach Hall’s Gap, dem zentralen Ort in den Grampians, war sehr lang und ein wenig ermüdend. Als das Schild kam, dass es wir nur noch 10 Kilometer hinter uns zu bringen haben, sind wir durchgefahren und gegen 16.00h dort angekommen. Unser erstes Ziel war ein Informations-Center, in welchem wir unsere eigentliche Absicht – die McKenzie Falls anzusehen – bestätigen lassen wollten. Dort sind wir auf einen sehr netten Herren aus Wales getroffen, der uns mit seiner charmanten Art davon überzeugt hat, eine Nacht hier zu bleiben und den morgigen Tag auch noch hier zu verbringen. Wir haben somit ein paar Informationen bekommen, was man noch alles in den Grampians machen kann und mit ein paar Flugblätter für Unterkünfte aus dem Info-Center raus gegangen.

Beim ersten Motel hatten wir nicht so viel Glück, denn es hatte kein Standard-Doppelzimmer mehr frei. Beim nächsten Motel hatten wir dafür um so mehr Glück, denn vor 5 Minuten hat ein Gast abgesagt und es ist ein Doppel-Zimmer frei geworden (anscheinend das letzte in Hall’s Gap). Also haben wir kurz unsere Sachen ins Zimmer gebracht, sind ins Info-Center und haben uns eine Wanderkarte von den Grampians gekauft und sind in die Berge aufgebrochen.

clip_image004Unser erstes Ziel für heute war der Reeds Lookout – oder „The Balonies“. Eine Felsformation, welche wie ein Balkon aussieht. Zuerst mussten wir mit dem Auto einige Kilometer in die Berge fahren, zu einem ausgeschilderten Car-Park (also einem Parkplatz). Von dort aus ging es dann einige Kilometer (1.2) in Richtung Lookout. Wir hatten das Vergnügen, dabei in eine Reisegruppe zu geraten, die zur selben Zeit angekommen und auch zum Lookout gewandert sind. Das Interessante am Weg war eigentlich das Känguru, welches wir im Wald entdeckt haben – und welches uns ebenfalls entdeckt hat. Wir haben eigentlich erwartet, dass es in den Wald verschwindet, da es Angst vor uns hat. Entgegen unserer Erwartungen ist es jedoch auf uns zu gesprungen, auf den Wanderweg, hat sich sauber gemacht und ist dann weiter in Richtung Car-Park. Unglaublich! Wir haben da alle gestanden wie angewurzelt – so ein Känguru ist ganz schön schnell und anscheinend auch ganz schön schwer – das hat vielleicht Geräusche gemacht, als es vorbeigehoppelt ist.

clip_image006Danach hatten wir die Gelegenheit, die Reisegruppe zu überholen, um somit den Lookout auf die Balkonies ein wenig für uns zu genießen (von den restlichen 4 ½ Personen abgesehen). Leider durften wir nicht da rein, da das Gebiet bereits platt getreten war und unter dem Schutz der Ranger stand. Aber wirklich ein schöner Anblick von dort oben, auf die Gebirgen des Grampians National Parks!

Danach sind wir zum letzten Aussichtspunkt für heute gefahren, dem Baroka Lookout. Auch hier hatten wir einen sehr schönen Blick über die Landschaft.

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Anschließend sind wir wieder nach Hall’s Gap gefahren, um in einem etwas nobleren Restaurant zu dinieren und dann sind wir nur noch ins Bett gefallen, um uns für den nächsten Tag zu stärken.

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