Drei Tage London, und der Auftakt gehört noch Köln. Am 11.11. um 16 Uhr schiebe ich mich mit zwei Taschen durch einen Zug voller verkleideter Menschen, am Hauptbahnhof empfängt mich eine Blaskapelle. Dass die nicht meinetwegen da steht, muss ich erst verkraften. Ein paar Stunden später sitzen wir im Flieger, und spät abends suchen wir an der Liverpool Street vergeblich nach etwas Essbarem.
Was danach kommt, planen wir nicht. Eine Foto-Tour zur Tower Bridge wünsche ich mir zum Geburtstag und bezahle sie mit nassen Füßen, weil ich durch die Kamera schaue statt auf den Bürgersteig. Am Trafalgar Square pfeift ein Polizist die Leute zusammen, dann zieht eine schwarz-grüne Limousine vorbei, und darin sitzt die Queen. Dazwischen: Gedränge auf der Oxford Street, ein Markt unter einer Brücke, die Portobello Road im Dunkeln und ein Café am Piccadilly Circus, das 12,5 Prozent Service berechnet, die es nicht geliefert hat.
Am Sonntagmorgen laufen wir durch den Financial District, und zum ersten Mal steht uns niemand im Weg. Eine Fassade nach der anderen, kein Bus von hinten, keine Menschenmenge. Drei Tage lang hat diese Stadt uns geschoben, getrieben und überrascht – und ausgerechnet zum Abschied gehört sie für ein paar Stunden uns allein.







