Pula: Arena, Tunnel und ein Platsch im Hafen

Pula: Arena, Tunnel und ein Platsch im Hafen

Pula: Arena, Tunnel und ein Platsch im Hafen
Do, 30.06. Nachmittag

Erst die Dusche in der Marina, dann der Taxifahrer mit dem Rabattversprechen – und am Ende des Tages sitzen wir in der Abendsonne vor dem Tempel des Augustus.

Kroatien Istrien Segeltörn Stadtbummel Antike

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2011-06-30-pula-die-belohnung-fur-einen-heftigen-see-tag
🗺️ Interaktive Karte öffnen
⬇️ GPX herunterladen

Reisebericht

Die Dusche in der Marina tut sehr gut. Nach der Erfrischung und einer kleinen Stärkung nehmen wir das Taxi nach Pula. Dort soll es eine tolle Arena, ein Colosseum geben.

Die Arena von Pula hinter einem Beet mit orangefarbenen Blüten

Der Taxifahrer setzt uns nach 10 Minuten Fahrt direkt vorm Haupteingang ab, drückt uns seine Karte in die Hand und meint, dass wir Rabatt bekommen, wenn wir ihn noch einmal anrufen. Ich bin gespannt, wie lange er sich daran erinnern wird…

Das Colosseum ist schon beeindruckend. Es ist nach Rom und Verona das nächstgrößte. 132 m in der Querachse und 67 m in der Orthogonalen. Wie im alten Rom gab es hier vor einigen Jahrhunderten Gladiatorenkämpfe und Tierkämpfe zu bestaunen. Heuer bauen sie gerade eine Bühne für Musikveranstaltungen auf, so wie jetzt z. B. für Seal in der kommenden Woche. Der Audio-Guide erzählt uns noch allerhand Details, zum Ende hin wird's ganz schön zäh. Aber wir haben ja einen Schwaben und einen Lipper dabei, da wird alles ausgekostet, bis ins letzte Detail.

Der Innenraum der Arena mit den hohen Bogenreihen, im Vordergrund grobes Gestein

Beim weiteren Bummel durch die Gassen entdecken wir einen Tunneleingang mit dem Titel „Zerostraße“. Die junge Frau am Eingang erklärt uns, dass dies der Eingang zum unterirdischen Tunnelsystem aus Kriegszeiten ist, das seit der vergangenen Woche geöffnet ist.

Ein beleuchteter Tunnel führt geradeaus in den Fels, der Boden glänzt feucht

Die 400 m unterirdischer Verzweigungen führen uns zu einem unterirdischen Ausstellungsraum. Hier wird die Geschichte der Tunnel und die militärisch strategische Relevanz von Pula für die Luftwaffe erklärt. Nach ca. 20 Minuten bei ca. 15 Grad Lufttemperatur wird uns sehr kalt und wir freuen uns auf die letzten Sonnenstrahlen. Diese genießen wir in den italienisch-kroatischen Gassen und vor dem Tempel des Augustus in einem netten, kleinen Café.

Tief stehende Abendsonne über einem Platz mit Säulenfassade, davor Menschen im Gegenlicht

Gegen 20.30 Uhr machen wir uns auf den Weg zurück zum Colosseum, wo uns der Taxifahrer auch prompt aufnimmt, wiedererkennt und für 40 % weniger nach Veruda fährt. Das Abendessen ist unterhaltsam. Neben uns legt eine österreichische Crew an, die nicht zum ersten Mal zusammen segelt. Als die Herren vom Abendessen zurückkommen, ist es schon dunkel. Als der Berti dann an Bord steigen will, wird's interessant. Er nimmt die erste Stufe, dann die zweite (die nicht existiert), und wir hören nur „oh hou – platsch“.

Wir springen sofort auf und halten alle Leuchten auf die Stelle, wo Berti eingetaucht ist. Zum Glück ertönt recht zügig die schöne, breit gezogene wienerische Stimme mit „uaaaa, sou aaaa Miiist!“ Seine Kollegen bleiben relativ entspannt und antworten mit gleichem Akzent „A geehh, biist deeppert? Woas moochst deenn?“ Danach ziehen sie den guten Berti raus und wir können alle herzhaft lachen, denn ihm ist nichts, wirklich gar nichts passiert. Was ein Glück, das hätte definitiv anders ausgehen können…

Mit einem leichten Grinsen auf dem Gesicht geht's dann ins Bett, denn morgen fahren wir unseren letzten Schlag, von Veruda an Rovinj vorbei bis in die Marina von Vrsar.


Alle Impressionen

← Vorherige Nächste →