Kvarner Bucht: 15 Seemeilen Bora und hohe Wellen

Kvarner Bucht: 15 Seemeilen Bora und hohe Wellen

Kvarner Bucht: 15 Seemeilen Bora und hohe Wellen
Do, 30.06. Vormittag

Drei Stunden Halbschlaf, 20 Knoten Wind schon im Hafen und dann 15 Seemeilen offenes Meer: Die Kvarner Bucht macht aus einem Frühstart einen Schlag, bei dem die Kajüte der beste Platz an Bord ist.

Segeln Bora Veruda Seekrankheit Kvarner Bucht Pula

Route – hier waren wir unterwegs

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Reisebericht

6.15 Uhr – endlich aufstehen. Die Nacht ist eine Qual. Es geht kein Lüftchen, dafür zwei Mücken in der Kajüte und Fisch im Magen, der dort anscheinend seine Reinkarnation erlebt. Nach 3,5 Stunden Halbschlaf ist der Rest der Crew denn auch „endlich“ wach.

Das vorhergesagte schlechte Wetter bleibt leider auch nicht aus. Regentropfen prasseln aufs Vorschiff. Die Instrumente zeigen eine Windgeschwindigkeit von 20 Knoten (im Hafen). Gut, dass wir so früh auf sind. Also: Schwimmwesten an, Leinen los und ab über die Kvarner Bucht. Die hat es nämlich in sich – ca. 15 nautische Meilen offenes Meer sind zu überqueren. D. h., die Welle hat genügend Zeit, sich aufzubauen. Wir sind gespannt, was uns erwartet.

Graue Wolkendecke über der offenen Kvarner Bucht, in der Ferne ein einzelnes Segelboot

Es kommt auch genauso, wie befürchtet. Nachdem wir nun das Ruhigwassergebiet verlassen, öffnet sich vor uns die Bucht. Wir haben Starkwind (Bora) mit 5–6 Windstärken und einer See von ca. 6. Also recht hohe Wellen, die uns seitlich entgegenschlagen. Der Wind peitscht uns die Gischt ins Gesicht und kühlt uns aus. Gepaart mit meiner Müdigkeit der letzten Nacht gibt es nun nur noch einen richtigen Ort für mich – meine Kajüte.

Es knallt – laut. Geschirr scheppert. Ich schrecke auf und renne in die Küche. Sebi, der sich ebenfalls hingelegt hat, ist bereits dort. Ein Schapp hat sich geöffnet, das wir nun wieder schließen. Zum Glück geht nichts kaputt. Dafür zollen die schnellen Bewegungen unter Deck bei starker Welle nun ihren Tribut. Ich begebe mich sofort ins Cockpit und mir geht's direkt besser. Sebi muss sich allerdings arg konzentrieren, damit er nicht über Lee geht, um die Fische zu füttern.

Segelyachten liegen in einer Marina, im Vordergrund ein blühender Oleanderbusch

Ich leg mich wieder hin. Sebi auch. Der Schlaf tut gut. Ein großer Dank geht an unseren 1st Officer, den Co-Skipper Franzi und unseren heutigen Rudergänger Michi. Dank den beiden steuern wir souverän in Richtung Pula.

Wir werfen sämtliche Alternativ-Pläne für heute über Bord (interessante Redewendung auf einer Yacht). Die „Ich-ernte-mir-mal-meine-Muscheln-selbst“-Bucht steuern wir nicht an, sondern setzen Kurs auf die Marina von Veruda, direkt gegenüber von Pula.


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