Von Ilovik aus fahren wir gegen 15 Uhr weiter nach Norden. Unser Tagesziel heute: die Marina von Mali Losinj. Der Wind frischt ein wenig auf und kommt uns mit ca. 9 Knoten direkt entgegen. Wieder keine Chance zu segeln, denn die See wird auch unruhiger. Also motoren wir mit 5 Knoten gegen die Welle.

Ich leg mich wieder an den Bug und genieße das ungleichmäßige Auf und Ab. Wir passieren die schöne Krivica Bucht, in welcher wir vor zwei Jahren vor Anker gelegen haben. Nach ca. eineinhalb Stunden kommen wir zur Kanaleinfahrt, die uns zu unserer Ziel-Marina führt. Hier gibt es eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 3 Knoten. Dass es so etwas gibt, ist mir neu. Auch interessant zu sehen, wie vielen Leuten diese Begrenzung egal ist. Naja, auch dafür hat der Staat eine Antwort: Radar-Pistolen-Boote. Faszinierend …
Als wir dann endlich in Mali Losinj ankommen, vermissen wir die Marina. Es gibt dort zwar einen Steg, der voll belegt ist. Die anderen sind allerdings nicht bewirtschaftet. Wir finden dort noch eine Lücke und quetschen unsere 35-Fuß-Yacht dort längsseits hinein. Der Steg gehört zum Stadthafen und ist frei zugänglich. D. h. wir zahlen nichts, bekommen aber auch weder Strom noch Wasser. Der Wasservorrat neigt sich auch langsam dem Ende zu, was ggf. noch ein Problem werden kann. „Frei zugänglich“ bedeutet auch, dass uns schon nach 4 Minuten die ersten Verkäufer ansprechen, die uns Boot-Trips verkaufen wollen. Einzig interessant das Angebot von der Eisdiele gegenüber. Die servieren die Becher auch direkt an Bord. Ein Angebot für später …
Jetzt geht es erst einmal in die Stadt. Vom Boot gegenüber erhalten wir einen Top-Tipp für ein Restaurant. Da gehen wir direkt hin, checken die Karte und können uns nicht entscheiden zwischen Fischplatte oder Fleischplatte. Also bestellen wir beides … Zum Abschluss gibt's noch zwei Runden Silvovic aufs Haus.

Am Obststand gegenüber frischen wir unseren Vorrat auf und bummeln noch ein wenig durch die Stadt.

Zurück an Bord gibt es dann den versprochenen Eisbecher. Lecker! Der Wetterbericht für morgen sagt allerdings schlechtes Wetter und Gewitter an. Wir entscheiden uns, früh aufzustehen und spätestens um 7 Uhr abzulegen, um noch sicher über die Kwarner Bucht zu kommen. Bin mal gespannt, wie diszipliniert wir sein werden … Gut's Nächtle!

