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Unter Motor nach Krivica: ein Tag ohne Wind
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Unter Motor nach Krivica: ein Tag ohne Wind

Unter Motor nach Krivica: ein Tag ohne Wind
Mo, 01.06. Vormittag

Sieben Stunden Motor, 40 Minuten Segel: ein Tag ohne Wind, der in der Krivica-Bucht endet – mit Kopfsprung vom Bug, gefräßigen Goldbrassen und einem Restaurant mitten im dunklen Wald.

67.8 km

Segeltörn Adria Mali Losinj Ankerbucht

Route – hier waren wir unterwegs

GPX-Karte 2009-06-01-07h-we-arent-sailing
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Reisebericht

Der heutige Tag ist einmal total unspektakulär. Kurze Quiz-Frage: Was macht man auf einem Segelboot, wenn's keinen Wind hat? Richtig: „Plan B: Motoren …“ Also fahren wir heute einige – also fast alle – Seemeilen gen Süden unter Motor. Lediglich 40 Minuten (von den insgesamt ca. 7 Stunden auf See) fahren wir unter Segel. Dabei haben wir ca. 4 Knoten Wind und machen daraus 2,5 Knoten Fahrt – gar nicht so schlecht – dank der Trim-Künste vom Sebi! Leider schläft der Wind nach sehr kurzer Zeit wieder ein, und wir sind zurück bei Plan B (bzw. am heutigen Tag Plan A)!

Susi steht am Steuerrad, im Hintergrund graues Meer und eine kleine Insel mit Leuchtturm

Um ca. 17 Uhr kommen wir dann südlich der Kvarner Bucht in der kleinen, aber feinen Krivica Bucht auf Mali Losinj an. Eine total schöne Bucht mit türkisblauem Wasser, sehr idyllisch gelegen. Traumhaft schön, dort mit einem Boot einzulaufen. Wären die 1.000++ Wassertropfen auf der Wasseroberfläche nicht da, anstatt Wolken ein strahlend blauer Himmel und zusätzlich noch Sonnenschein, dann wäre es noch besser.

Nachdem wir in der 7 bis 9 m tiefen Bucht vor Anker gegangen sind und dabei nicht die Ankerleinen der anderen Schiffe mitgenommen haben, müssen wir das Boot noch an Land vertauen. D.h. kurz mit dem Zodiak rüber an Land, die Leinen mitnehmen, an Land springen und dabei versuchen, die Seeigel zu verfehlen, anschließend zwei Palsteks um zwei Bäume und gut ist's. Boot gesichert!

Nach vollendeter Arbeit gehen wir dann Schwimmen. Ab über Bug ins Wasser – ohne dabei unsere Ankerleine zu treffen – und ein wenig Schwimmen. Das Angenehme am Regen ist ja bekanntlich, dass das Wasser dann auch (gefühlt) extrem warm ist. Und noch viel besser: Nach dem langen Törn mit Motor haben wir sogar heißes Wasser, um uns anschließend mit der Deck-Dusche warm abzuduschen.

Kopfsprung vom Bug ins türkisfarbene Wasser der Bucht, dahinter ankernde Boote

Beim anschließenden Seemannsbier und Chips fällt uns dann ein wenig Essen von Bord. Interessanterweise „überlebt“ das Essen dort maximal 1,432 Sekunden. Danach ist es wie bei James Bond in Goldfinger, die Szene mit den Piranhas. Ca. 23 Goldbrassen fallen innerhalb kürzester Zeit über die Chips her. Das verleitet uns natürlich dazu, sehr viele Fotos von diesen Szenen zu machen – vermutlich haben wir aber auf keinem einen Fisch drauf, die sind einfach zu fix …

Handgemalte Holzwegweiser an einem Pfosten, einer zeigt nach Krivica, einer nach Balvanida

Zum Abend hin fahren wir dann nach Balvanida, einem sehr kleinen Restaurant, das – nicht nur sprichwörtlich, sondern ganz ehrlich – im „Nichts“ liegt. Wir setzen mit dem Zodiak ans Land über und gehen dann einen sehr kleinen Trampel-Pfad, über Stock und Stein, mitten durch den Pinien- und Sonst-was-Wald. Wir folgen irgendeiner Beschilderung, die ganz nebenbei auch in unserem Segelhandbuch steht. Nach ca. 15–20 Minuten kommen wir an dem Restaurant an und essen sehr lecker – von Steak bis Fisch inkl. Beilagen, allesamt sehr lecker. Mit 20 EUR pro Person zwar nicht das günstigste Essen, aber für das Ambiente und Erlebnis mehr als in Ordnung.

Der Rückweg ist durchaus spannend. Denn es ist dunkel – also stockdunkel – und wir haben noch die 15 Minuten Rückweg durch den Wald vor uns. Zum Glück gibt es ja Taschenlampen, von denen wir auch 3 dabei haben. Zurück an Bord bringen wir dann noch 1–2 Kartenspiele hinter uns und sind jetzt gerade dabei, ins Bett zu gehen.

Die fünf von uns stehen in der Dämmerung vor dem Eingang des Restaurants unter dem Schriftzug Balvanida

Und morgen? Gute Frage, ich sage mal so: „es hängt vom Wetter ab“ … Vom Segeln, Motoren, Schnorcheln, iPod hören (und dabei einschlafen), Lesen bis hin zu Knoten üben, Fische ärgern, Schwimmen gehen, Essen, Trinken ist alles drin. Ich hätte ja mal wieder Lust auf Segeln, aber ob's dafür morgen früh die Voraussetzung hat, das steht noch in den Sternen (die man leider gerade nicht sieht). Ich bin mal gespannt und werde mich ganz sicher morgen noch einmal melden. Bis dahin, ein „Gut's Nächtle“ (oh man, das Schwäbisch gepaart mit dem Kärntnerisch tut mir nicht gut).


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