The Rock - Shark Island bei Lüderitz

The Rock - Shark Island bei Lüderitz

The Rock - Shark Island bei Lüderitz
Fr, 30.10. Nachmittag

Shark Island vor Lüderitz: eisiger Wind, leere Insel, knisterndes Feuer. Nach zäher Einfahrt am Tor bauen wir unser Lager zwischen Leuchtturm und schwarzer Silhouette auf und fühlen uns kurz wie auf Alcatraz.

Lüderitz Shark Island Namibia Leuchtturm Wind

Route – hier waren wir unterwegs

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Reisebericht

Anfahrt nach Lüderitz

Andreas sitzt am Steuer, und meine Aufgabe ist es, im Lonely Planet eine Location für heute Nacht zu finden. Ich stoße auf “Shark Island”, eine Insel vor Lüderitz, die mit dem Festland verbunden wurde. Das klingt so genial, dass der Beisatz “extrem windig” für mich erst mal keine Bedeutung hat. Als wir uns der Zufahrt nähern, wird allerdings schnell klar, warum das dort steht. Schon beim Aussteigen trifft uns der Wind wie eine Wand.

Lüderitz

Am Tor

Am Tor hält uns ein Parkwächter an, und wir kurbeln das Fenster runter. Eiskalter Wind bläst uns direkt ins Gesicht. Der Wächter fragt, ob wir eine Reservierung vorzuweisen haben, und seine Tonlage verrät uns: “Wenn ihr keine habt, dann dreht ihr wieder schön um - oder gebt mir 50 N$ extra”. Wir schauen uns an und können kaum glauben, dass der Platz bei diesen Wetterbedingungen voll sein soll. Unser Blick sagt ihm anscheinend: “Hömma Meister, wenn Du uns nicht rein lässt, dann campen wir direkt vor Deiner Tür”. Spontan knöpft er uns dann doch 80$ ab, öffnet das Tor, und wir fahren durch. Drinnen stellen wir fest, dass wir die gesamte Insel für uns haben.

Shark Island

Lagerfeuer und Blick in die Nacht

Die Insel ist genial: Unser Bush Baby steht, die Zelte sind ausgeklappt, der Grill ist an, und das Lagerfeuer brennt. Das Feuer ist auch bitter nötig, denn mein Thermometer zeigt 11 Grad Celsius (plus). Unter dem Auto zieht der brutal eiskalte Wind durch und facht die Glut immer wieder an. Zu den 11 Grad kommt noch der Wind-Chill-Faktor, und ich fühle mich eher wie bei etwa 5 Grad. Während Andreas sein Sweatshirt über das T-Shirt wirft, ziehe ich meine vierte Lage an. Trotzdem ist der Abend großartig, und ich fühle mich ein bisschen wie Sean Connery auf Alcatraz Island im Film “The Rock”. Vom Lagerfeuer aus blicken wir einerseits auf die Stadt und die leicht erleuchteten Wohnblöcke der Arbeiter. Andererseits sehen wir den Leuchtturm und das Haupthaus von Shark Island, das sich tiefschwarz vor einem gelb erleuchteten Himmel abhebt. Mystisch.

Feuer wärmt

Nacht im Dachzelt

Gegen elf Uhr lege ich mich in mein Dachzelt. Die Wände flattern im eisigen Wind, und jede Böe rüttelt am Stoff. Unten knistert das Feuer noch eine Weile, dann wird es stiller. Ich ziehe den Reißverschluss hoch und versuche, mich klein zu machen, damit die Kälte nicht überall reinzieht. Ich hoffe einfach, dass mein neuer Leichtbau-Schlafsack das hält, was er verspricht.


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