Sabrina ist mittlerweile im Hotel angekommen, und wir stehen im Zimmer und überlegen, was wir mit dem Abend anfangen. Die Kinder haben eine sehr klare Meinung dazu: Pizza.
Damit ist die Sache entschieden. Wir fahren nach Schwabing, zum Kölner Platz. Dort haben wir früher gelebt – bevor wir nach Köln gezogen sind. Die Reihenfolge stimmt schon so.

Wir gehen zum Italiener, la Piazza. Der ist so gut wie immer. Pizza für alle, dazu kalte Getränke, und wir sitzen drinnen. Draußen wäre es schöner, drinnen sind weniger Wespen. Wir nehmen die stressfreie Variante.
Danach laufen wir in die Aachener Straße und zeigen den Kids, wo wir damals gewohnt haben. Ein Haus, eine Tür, eine Drei. Für die Kinder ist es ein Haus wie jedes andere, für uns fünf Jahre unseres Lebens.

Von da aus wollen wir eigentlich noch ein wenig U-Bahn fahren. Die kommt aber nicht. Und kommt weiter nicht. Es ist inzwischen 20:33 Uhr, die Geschäfte hier haben zu, also gibt es auch kein kühles Getränk mehr auf die Hand.
Wir nehmen die nächste Tram und fahren durch bis zum Leonrodplatz.

Fünf Minuten später stehen wir vor dem Leonardo Hotel am Olympiapark. Über den Dächern geht gerade die Sonne unter.

Ein Viertel, in dem man einmal gewohnt hat, bleibt komischerweise immer ein bisschen das eigene. Obwohl nach fünfzehn Jahren die Emotionen weg sind. Kurz nach dem Wegzug war das noch anders.





