Es sind nur noch wenige Tage bis zum Osterlauf in Paderborn. 10 km. Die bin ich dieses Jahr noch kein einziges Mal gelaufen, und sonderlich fit fühle ich mich auch nicht. Durchziehen will ich es trotzdem. Nicht die Zeit zählt, Hauptsache ankommen.
Also stelle ich mir den Wecker auf fünf. Was gibt es Schöneres, als um die Außenalster zu laufen? Nach meiner Rechnung müssten das so um die 10 km sein. Genau die Strecke, um die es geht.
Laufschuhe an, Tür zu, los. Vorbei am PWC-Gebäude, in dem Sabrina in ein paar Stunden ihren ersten Tag hat. Dann westlich an der Außenalster entlang Richtung Norden.

Um diese Zeit gehört der Weg fast mir allein, und die Stadt legt ihr Licht auf das Wasser. Herrlich, wie sie den ganzen See erleuchtet. Ich komme erstaunlich gut voran. Der Puls bleibt in geregelten Bahnen, Sprints verkneife ich mir. Heute geht es nicht um Tempo, heute geht es ums Ankommen.

Ganz im Norden öffnet sich der Blick: die gesamte Außenalster vor mir, Hamburg dahinter. Ich stoppe kurz, schaue, laufe direkt weiter. Zu kalt zum Stehen.

Im Süden angekommen rechne ich nach und stelle fest, dass es für die 10 km nicht ganz reichen wird. Also hänge ich eine Runde um die Binnenalster dran, vorbei am Vier Jahreszeiten – ich glaube, das ist das Hotel. Und dann noch eine Mini-Ehrenrunde zurück zum eigenen Hotel. Am Ende stehen etwas mehr als 10 km auf dem Tacho. Geschafft.

Bei dieser Zeit muss ich beim Osterlauf zwar aufpassen, dass mich der Besenwagen nicht einholt. Andererseits hat so ein offizielles Rennen seine eigene Dynamik. Man läuft schneller, als man eigentlich will. Es bleibt spannend.
Zurück im Zimmer schläft Ben Luis immer noch. Ich gehe duschen und bin bereit für den Tag.

