Die Nacht war um 6:20 Uhr vorbei. Mein Großer hat mir guten Morgen gesagt. Zum Glück ist er danach nochmal eingeschlafen. Um acht gab es Frühstück, danach haben wir den Plan für den Tag gemacht. Das Frühstücksbuffet war genauso gut wie das Abendmenü am Vorabend. Es gab wirklich alles. Rührei, Lachs, Müsli, Obst. Und vor allem: Kaffee.
Hannah hatte in der Nacht Schüttelfrost und Fieber. Sie ist also ausgefallen für den Skitag. Der neue Plan: Der Große und ich machen Intensivtraining. Um zehn Uhr standen wir auf der Piste. Ich hatte ehrlich gesagt Bedenken. Gestern saß er gefühlt alle paar Meter im Schnee. Oder lag. Oder hing irgendwo im Wald.
Aber ich glaube, das war notwendig. Denn heute hatte er plötzlich ein super Gefühl für die Skier. Wir sind zuerst mit dem Sessellift hoch und eine blaue Piste runter. Er sagte: “Boah, ist die steil!” Spoiler: Wir sind die Piste dreimal gefahren, danach hat er nichts mehr gesagt. Es lief einfach. Nach der dritten Abfahrt kam dann: “Boah, macht mir das Spaß! Das ist ja der Hammer!

Und so sind wir eine Piste nach der anderen runtergefahren. Sogar ein paar steilere Stücke hat er super gemeistert. In Summe hat er 2400 Höhenmeter geschafft, auf 14 Kilometern. Gegen 13 Uhr hat der Kleine den Staffelstab übernommen. Sabrina hat ihn gebracht, den Großen mitgenommen und zu Hannah ins Hotel gebracht.

Damit gab es Einzeltraining für den Kleinen. Wir sind ins Kinderland gefahren. Gestern konnte er noch gar nicht auf den Skiern stehen. Heute ist er schon im Schneepflug gefahren. Lenken, Kurven fahren, bremsen – das hat noch nicht geklappt. Aber er stand. Und er ist gerutscht. Unglaublich, was diese kleinen Menschen alles lernen. Und vor allem, in welcher Geschwindigkeit. Irgendwann kam auch Sabrina dazu. Wir haben ein Selfie zu dritt gemacht. Wir sind uns unsicher, ob wir jemals noch ein Foto zu fünft auf Skiern hinbekommen. Vielleicht klappt das ja irgendwann. Es bleibt spannend.

Irgendwann konnte der Kleine nicht mehr. Sabrina wollte auch nach Hause. Also bin ich alleine nochmal in den Sessellift gestiegen. Und nochmal. Und nochmal. Dabei habe ich festgestellt: Die blauen Pisten sind extrem genial zum Carven. 2 bis 3 Minuten Abfahrt für 2000 Meter mit 400 Höhenmetern. Extrem genial. Der Nordhang war auch nicht ganz so sulzig. Die Eisplatten kannte ich irgendwann und wusste, wo ich die Kante härter setzen musste. Mega!

Sabrina ist mit den Kids in der Zwischenzeit in den Wellnessbereich gegangen. Ich habe auf den Skibus gewartet. Den letzten habe ich wohl um 5 Minuten verpasst. Ich sage nur: Wer den Fahrplan lesen kann… Egal, so hatte ich ein bisschen Zeit zum Entspannen. 25 Minuten später kam der nächste Bus. Der hat mich in 5 Minuten direkt vor die Haustür vom Hotel gebracht. Perfekter geht es nicht.
Merke: Kinder lernen Skifahren schneller als ich Fahrpläne lesen.






