Wenn alle Reiseführer sagen „früh oder spät – bloß nicht mittags“, dann weißt du ja eigentlich schon Bescheid, oder? Früh morgens? Keine Chance mit der Familie. Also 14 Uhr los, 16 Uhr da. Google hat uns über Feldwege geschickt – romantisch für Postkarten, weniger für die Laune. Zwei Stunden später: Parkplatz, Rucksack, los.
Kurz vor der Brücke biege ich links in den Sand ab. Der Plan: Fotos mit der Abtei – dieser gotische Riese mitten im Watt. Perfekt. Wäre da nicht die Flut gewesen. 15 Minuten zu spät, der Sandweg war Geschichte. Also wieder zurück und doch über die Brücke.
Drinnen: enge Gassen, Menschen wie Wellen. Gut, dass ich groß bin – unten gab’s kaum Luft. Mittags hier? Nein, danke. Wir flüchten zu einem Burgerladen. „Setzen? Geht nicht mehr, Küche macht zu.“ Merke: ab 19 Uhr wird’s hier ruhig. Sehr ruhig.
Unser Labrador fand’s großartig – Essen auf jedem Pflasterstein. Für uns eher weniger entspannend. Auf dem Rückweg dann Goldene Stunde: das Licht warm, die Luft salzig, der Berg noch einmal im Abendglanz. Und während die Sonne langsam verschwand, verschwand auch der krasse Trubel. Der Rest war Heimweg, TKKG im Auto und das Gefühl, einen langen Tag genau richtig beendet zu haben.




