21.30 Uhr. Das letzte Licht verlässt uns gerade. Der Wind schläft nahezu vollständig ein. Es wird ruhig. Sehr ruhig um uns rum.

Die Ruhe hält allerdings nur 20 Minuten. Von einer Minute zur anderen fängt es an zu knistern. Richtig laut. Unter Deck nimmt die Lautstärke noch einmal zu. Franzi und Sebi kennen dieses Phänomen bereits aus der Woche mit Sebis Eltern. Damalige Theorie: Knister-Fische. Franzi hat vielleicht sogar eine neue Spezies entdeckt: „Der gemeine Knister-Fisch, verfolgend, schnell, beißwütig“.

Als der Michi dann zu etwas späterer Stunde vom Bord-WC kommt, offeriert er uns eine neue Theorie: Unterwasser-Knister-Glühwürmchen. Wir haben es erst auf den Alkohol geschoben. Als er uns dann seine Theorie erklärt, finden wir den Gedanken gar nicht mehr so abwegig.
Dazu muss man verstehen, wie die Bord-Toilette funktioniert. Also: Es gibt einen Ansaugstutzen unterhalb der Wasserlinie, durch den Wasser in die Toilette gepumpt werden kann. Dann gibt es eine manuelle Pumpe und einen Auslass oberhalb der Wasseroberfläche. Als Michi dann Wasser in die Toilette pumpt, gibt es „Funkenflug“ (oder so). Sieht wohl aus wie Glühwürmchen, nur im Wasser. Also: interessante Theorie.

Meine allerliebste Telefon-Jokerin daheim ergoogelt noch eine andere Theorie (schreibt man das so?). Und zwar Korallen. Dieser Theorie kann ich auch einiges abgewinnen, denn man hört dieses Knistern nur, wenn auch Korallen bzw. Seegras in der Nähe sind …
Woher das Knistern stammt, wissen wir an diesem Abend nicht.