Im Park
Wir sitzen im Park, umgeben von ca. 3–4 offensichtlichen Dieben und vermutlich 20 weiteren. Was in Maun die Mücken sind, sind hier somit die Diebe. Neben uns auf der Parkbank sitzen zwei Gentleman mit sehr gebrochenem Englisch. Der eine trägt einen Anzug ohne Jackett, der andere ein Hemd mit Trainingshose. Beide tragen ein Badge um den Hals, auf dem steht, dass sie für das Parlament arbeiten. Sie stellen sich nicht mit Namen vor, deswegen nenne ich sie jetzt einfach mal “Simon & Simon”.

Ein Ausweis und ein Umweg
Auch die beiden bemerken den Schwarm an Dieben und klären uns auf, wie die vorgehen. Anscheinend erregen wir genug Mitleid, sodass sie uns in ein längeres Gespräch verwickeln. Mittlerweile habe ich die Befürchtung, dass die beiden dazu gehören und uns einfach ablenken. Sie erklären uns, dass wir das Parlament auch besichtigen können. Das nehmen wir zum Anlass, uns zu bedanken und auf den Weg zu machen. Eine Parlamentsbesichtigung hat nun auch unser Interesse geweckt. Da das Parlament keine 30 m von uns entfernt ist und nur ein Zaun uns trennt, beschließen wir, uns auf den Weg zu machen und dort hinein zu kommen.
Sicherheitscheck und Erleichterung
Leider scheitern wir bereits am ersten Wachposten. Der erklärt uns, dass wir hier nicht weiterkommen und doch lieber den Touristeneingang wählen sollten. Wir drehen uns um und sehen “Simon & Simon”, die mit ihrem Ausweis wedeln und meinen, wir sollen ihnen folgen. Sie würden uns den Weg zeigen. “Ist klar”, denken wir und folgen trotzdem. Als wir dann in kleine Gassen abbiegen, ziehe ich den Rucksack fester an und ärgere mich, dass ich nicht besser vorbereitet bin. Die Gassen werden enger. Am Ende der einen Gasse sehen wir dann ein großes Gebäude. Viele Business-Menschen kommen daraus. Die Simons werden sogar von einigen gegrüßt. Das wirkt beruhigend, auch wenn ich kurz überlege, ob es nicht doch eine trügerische Sicherheit ist. Wir biegen ab, um das große Gebäude herum und hinein. Dabei begrüßt uns sehr freundliches Sicherheitspersonal, das uns bittet, unsere Rucksäcke auf ein Röntgengerät zu legen. Anschließend werden unsere Ausweise kontrolliert und wir bekommen einen “Permit”, dass wir in das Parlament rein dürfen. Puh, Glück gehabt, mal nicht in Menschen getäuscht, denke ich und ärgere mich, dass ich mittlerweile grundsätzlich vom Bösen im Menschen ausgehe. Eine weitere Sicherheitsschleuse überwinden wir noch, und dann steht uns der Weg frei zur Eroberung des Parlaments.


