Kapstadt: Wofür ich die letzten drei Wochen trainiert habe

Kapstadt: Wofür ich die letzten drei Wochen trainiert habe

Kapstadt: Wofür ich die letzten drei Wochen trainiert habe
Mi, 04.11. Abend

Kapstadt am Abend: erst ein gutes Essen in der Long Street, dann Cocktails auf dem Boden, Musik und plötzlich Bauchtanz. Ein kurzer Moment im Rampenlicht, viel Gelächter und das Gefühl, dass kleine Mutproben manchmal die größten Etappen sind.

Kapstadt Long Street Table Mountain Restaurant Bauchtanz

Route – hier waren wir unterwegs

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Reisebericht

Ankunft und Planänderung

Der Taxifahrer fährt uns vorhin auf direktem Weg von Brackenfell zum Hotel. Die Seilbahn auf den Table Mountain läuft heute nicht, weil zu viel Wind geht und die Sicht fehlt. Gut, dass wir vorher schon im Hotel sind und unser Gepäck dort abgeben. Nach einer kleinen Erfrischung starten wir in die Stadt. Der Abend fühlt sich sofort nach “Plan B” an, aber genau das macht es spannend.

Long Street und Dinner

Vor drei Wochen treffen wir Janina und Tobias, und von ihnen bekommen wir die Empfehlung, uns die “Long Street” anzusehen. Die Straße besteht aus Hunderte kleinen und mittleren Geschäften, Restaurants, Bars und Backpackern. Das Tolle daran ist die Mischung, vom eher gehobenen Publikum bis hin zu Läden, in die wir uns selbst nach drei Wochen Camping eher nicht hinein trauen. Wir finden das Nyomis, ein afrikanisches Restaurant der höheren Preisklasse, mit Preisen wie in Deutschland oder leicht darunter. Die Karte wirkt richtig gut, und wir entscheiden uns für Schnecken als Vorspeise und einen “Wild”-Mix als Hauptgang.

Long Street

Wild-Mix, Bier und der Weg zur Bar

Ich muss zugeben, das Schlimmste beim Schneckenessen ist die Vorstellung, dass man Schnecken isst. Es ist mein erstes Mal, und ich stelle mir einfach “Muscheln” oder so etwas vor. Ich bin begeistert, auch wenn der Knoblauchgeschmack mich sicherlich noch die nächsten vier Tage begleitet. Gleichzeitig bin ich froh, dass Andreas und ich uns für das Gleiche entscheiden. Der Hauptgang mit Springbock, Strauß und Kudu ist sehr lecker und trotzdem etwas enttäuschend. Auf der Karte sieht das vorhin deutlich besser aus, und geschmacklich liegen die drei Sorten nah beieinander, nur das Kudu erkennen wir klar. Wir trinken noch 2 bis 3 weitere Bier und ziehen dann weiter, auf der Suche nach einer netten Bar.

Mojito, Shisha und mein “Training”

Wir werden fündig, und ein Barmann zeigt uns ein Schwester-Restaurant. Es ist ein kurdisches Restaurant, mit Sitzplätzen auf dem Boden, und das passt perfekt, weil wir nichts mehr essen wollen. Wir trinken nur noch den einen oder anderen Cocktail, und Mojito, Shisha und Musik sorgen für einen entspannten Abend. Dann wird die Musik lauter, und plötzlich taucht eine Bauchtänzerin auf, die uns etwas vortanzt. Wir halten unsere Begeisterung gerade so im Zaum, bis sie die ersten Gäste in der Bar zum Mittanzen auffordert. Wir sind heilfroh, doch noch eine kleine Speise bestellt zu haben, und essen extra langsam, sehr langsam, ganz langsam. Dummerweise tanzt sie so lange, dass unser Essen und die Cocktails sich dem Ende neigen. Erst wird der Mann neben uns aufgefordert und verneint, dann Andreas, auch er verneint, und schließlich darf ich mich entscheiden.

Heldenhaft stehe ich auf und stürze mich auf die Tanzfläche. Sie macht wilde Bewegungen, die ich gerade noch so nachvollziehen kann, und ich denke: “Bauchtanz.” Zum Glück arbeite ich an meinem Bauch die letzten drei Wochen sehr hart und investiere einiges. Glücklicherweise merke ich recht schnell, dass das mit den Bauchtanz-Bewegungen bei mir nichts wird, und entscheide mich einfach zu tanzen. Ich nenne es “Freestyle”, eine Kombination aus Salsa, Foxtrott und Walzer. Als ich registriere, wie die Menge um mich herum klatscht, intensiviere ich meine Bewegungen, bis ich keine Luft mehr bekomme. Ich bedanke mich bei der Tänzerin und lasse mich sehr zufrieden wieder auf den Boden fallen. Die Aussage unseres Nachbarn, ich hätte mich bewegt “like a duck in the water”, übersetze ich mit “wie eine Ente im Wasser” und deute es als Kompliment.


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