Entspannter Morgen in Henties Baai
Der heutige Morgen startet sehr entspannt. Wir schlafen lange aus, reinigen das Auto mal grundlegend und fahren gemütlich einkaufen. Selbst der Fisch gestern in einer Bar in Henties Baai bekommt uns sehr gut. Einzig Andreas ist noch ein wenig verwirrt, weil ihn heute Nacht tropfendes Salzwasser weckt. An der See ist es nachts erstens kalt und zweitens salzig.

Zur Spitzkoppe: Eintritt und Panorama
Bis zu unserem Einkauf steht unsere Route für heute noch nicht fest. Schließlich entscheiden wir uns spontan für die D1918 und fahren zur Spitzkoppe, dem Matterhorn Namibias. Andreas ist wenig begeistert und meint, das hätte er in der Schweiz auch. Meine Begeisterung reicht allerdings für uns beide, und nach etwa 90 Minuten Fahrt kommen wir am ersten Eingangstor an. Dort will man uns vor allem Souvenirs verkaufen, und am zweiten Tor möchten sie dann 80 N$ von uns haben.
Wir geben einen 100er-Schein raus und bekommen nichts zurück. “Ja, wir haben kein Wechselgeld, sorry!” Unglaublich, so etwas passiert uns dauernd. Kein Wechselgeld hier, überteuerte Preise dort. Ganz ehrlich, 2 EUR tun uns nicht weh, es geht nur ums Prinzip. Dann sollen sie es direkt teurer machen.

Der leichte Anflug von Ärger verfliegt allerdings schnell wieder, denn das Panorama ist umwerfend. Rote Felsen, gelbe Wiesen, grüne Bäume, alles wirkt wie gemalt. Wir brauchen fast eine ganze Stunde, um die 2 km bis zur nächsten Kreuzung zu fahren, weil wir ständig anhalten und schauen. Dort zweigt der Weg zum Bushman’s Paradise ab. Das hört sich gut an, Andreas setzt den Blinker.
Aufstieg zum Bushman’s Paradise
Nach etwa 2 km Allrad-Strecke empfängt uns ein Parkplatz. Ab dort geht es nur zu Fuß weiter, mit ungefähr 30 % Steigung den roten Felsen hoch. Nach etwa der Hälfte demonstriert Andreas mit dem Linsendeckel seiner Kamera, was ein Absturz auch für uns bedeuten könnte. Nicht schön. Also immer schön an der extra angebrachten Eisenkette entlang nach oben.

Es geht ganz schön hoch hinaus, und die letzten Monate, die ich mit allem anderen als Sport verbringe, rächen sich gerade. Jeder Schritt fordert, und die Sonne tut ihr Übriges. Trotzdem lohnt sich der Blick schon unterwegs, weil die Farben mit der Höhe immer intensiver wirken. Oben wird es ruhiger, und das Atmen wird bewusster. Genau dafür sind wir hier.

Hochplateau, Weite und Abfahrt nach Swakopmund
Das Bushman’s Paradise ist traumhaft. Ein Hochplateau, in dem sich bestimmt mal Wasser sammelt oder gesammelt hat. Bei uns ist es pulvertrocken, die grünen Bäume lassen jedoch den Schluss zu, dass es hier ab und an regnet. Mich reizen die weiteren Kuppen, und ich erklimme eine nach der anderen. Bei der letzten lässt mich Andreas allein, dafür werde ich mit einem atemberaubenden Blick über die Landschaft und das Hochplateau belohnt.

Zum Abschluss kommen wir natürlich nicht umhin, ein paar Poser-Fotos zu machen, wie wir einen riesigen runden Felsbrocken versuchen, den Berg runterzuschieben. Bewegt hat er sich zum Glück nicht. Auch beim Abstieg holt er uns nicht ein und rollt nicht hinterher. Also ist alles gut. Nun geht es weiter nach Swakopmund.








