Am Morgen: Reiseführer statt Wiederholung
Damit uns das nicht noch einmal passiert wie bei Twyfelfontein, studiere ich intensiv jeden Reiseführer, den wir dabeihaben. Das ist auch das Letzte, an das ich mich erinnere, bevor ich tief und fest einschlafe. Andreas macht mich wach, als wir am Springbok Gate stehen. Das heißt, wir müssen mal wieder etwas zahlen oder irgendwo unseren Namen hinterlassen. Mindestens kommen noch die Autonummer und gegebenenfalls auch die Reisepassnummer dazu.

Springbok Gate: Eine Route, ein Zeitfenster
Das Springbok Gate ist der östliche Eingang zur Skeleton Coast. Der Beamte am Gate verwirrt mich kurz, macht dann aber deutlich, welche Route wir nehmen dürfen. Er nimmt uns alle Entscheidungen ab und reduziert alle Optionen auf genau eine Strecke. Wir fahren die Stichstraße bis zur T-Kreuzung Richtung Westen, biegen dann links ab und fahren Richtung Süden. Und bis 19:00 müssen wir wieder aus dem Park heraus sein.

Richtung Atlantik: Farben und Texturen im Wechsel
Der Park beeindruckt uns sofort. Wir fahren etwa 90 km vom Landesinneren Richtung Atlantikküste, und dabei ändert sich gefühlt alle 20 km die Landschaft. Von Vegetation kann man in der Wüste nicht wirklich sprechen, also reduziere ich es auf Farben und auf die Konsistenz der Steine und des Sandes. Das wechselt so andauernd, dass wir alle zehn Minuten anhalten müssen. An der T-Kreuzung sind wir brav und fahren wie vorgeschrieben nach links. Die Straße besteht mehr oder weniger aus Sand, der größtenteils festgefahren ist, und auch hier wirkt alles in Bewegung. Es sind vor allem die Steine am Wegrand, die aufgestellt sind, um uns mitzuteilen, dass wir nicht an den Strand fahren dürfen.

Weite, die stehen bleibt
Wir fahren weiter. Und weiter. Und weiter. Die Weite der Dünen und der Landschaft trifft uns mit voller Wucht. Alles wirkt riesig und offen, als hätte es keine Grenzen. Und genau das erschlägt uns, obwohl wir nur im Auto sitzen.



