Okavango-Delta: Überleben zwischen Schilf und Zahlen

Okavango-Delta: Überleben zwischen Schilf und Zahlen

Okavango-Delta: Überleben zwischen Schilf und Zahlen
Di, 20.10. Nachmittag

Im Mokoro durchs Okavango-Delta gleiten wir durchs Schilf, reden über Löhne und Anteile, staunen über kleine Zahlen und große Wege. Zwischen leisen Kanälen und lauten Gedanken bleibt Demut: Wer trägt die Kosten – und wie reicht das am Ende?

Botswana Okavango-Delta Mokoro Bootsfahrt

Route – hier waren wir unterwegs

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Reisebericht

Rückweg im Mokoro

Auf dem Rückweg durch das Schilf frage ich Jungle Oat im Mokoro, was er für den Tag mit uns bekommt. Er sagt, normalerweise sind es 150 Pula (ca. 15 €). Heute ist er nur Vertretung und teilt den Lohn mit einem Kollegen. Er bekommt also 7,50 € für den Tag mit uns. Wahnsinn. Wir geben ihm noch 5 € zusätzlich, die wir gerade dabeihaben. Zusammen mit unserem Steak von gestern zu Mittag und meinem Wasser verdoppeln wir seine Entlohnung.

Wohin fließt das Geld?

Ich frage mich, wohin die verbleibenden 1050 Pula gehen. Der Hinweg zum Village von Jungle Oat mit dem Motorboot, das eine Stunde dauert, kostet auch. Dazu zählen Instandhaltung, Sprit und Personal. Ziehen wir 20 € dafür ab, landen wir bei ca. 80 €, die “irgendwo” hinlaufen. Diese Summe bleibt, doch wohin genau, bleibt offen.

Ranch

Was bleibt zum Leben?

Ich frage mich, wie eine Person mit 15 € am Tag eine Familie ernähren soll. Es ist günstig hier, allerdings nicht so günstig. Die Einheimischen bauen vieles selbst an, ernten und fischen. Aber was passiert, wenn jemand krank ist? Laut Aussagen von einigen im Camp geht es diesen Personen finanziell bereits vergleichsweise gut. Wie schaffen es die anderen, über die Runden zu kommen?


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