Start in die Hitze
Wir starten auf eine kurze Wanderung. Es ist ca. 10:30 h und jetzt schon etwa 30 Grad. Ich trinke meine erste 1,5 l Flasche leer, um Gewicht zu sparen. Eine zweite Flasche liegt im Rucksack – zusammen mit meinem 2 kg Objektiv. Jungle Oat geht voraus und erklärt uns die “Wetlands”: eine ausgetrocknete Wasserlandschaft, die bei viel Regen wieder vollläuft. Der strahlend blaue Himmel beruhigt mich; ertrinken werden wir heute nicht. Meine Regenjacke habe ich auf Anraten des Camp-Ground-Personals dabei – sehr zur Freude von Andreas, der mich damit aufzieht.

Spuren und Termitenhügel
Nach etwa 30 Minuten kann ich Elefantenkot von dem von Zebras und Giraffen unterscheiden. Andreas hat gefühlt 150 Termitenhügel fotografiert. Gut, dass wir vorgestern bei einem extra ausgestiegen sind und eine Foto-Session gemacht haben. Erstaunlich, wie hoch diese Termiten ihre “Häuser” bauen. Ebenso erstaunlich, wie viele dieser Bauten bereits Besuch von einem Ameisenbär hatten: überall große Löcher.

Verloren zwischen Schatten und Schädeln
Mir wird warm, sehr warm. Ich schaue mich um und habe die Orientierung verloren. Ich weiß weder, wo wir in etwa sind, noch wo das Mokoro liegt. Ich schaue Jungle Oat an, frage, wie er sich fühlt und ob er den Weg zurück findet. Er beruhigt mich. Weitere 45 Minuten später biegen wir in einen kleinen Wald ein. Hier ist es wahrscheinlich, dass sich das Wild versteckt; unter freiem Himmel ist es denen zu warm. Nach wenigen Metern sehen wir einen Büffelschädel. Das noch lebende Tier wurde vor etwa zwei Wochen von einer Löwenherde gerissen. Ich schaue mich spontan um, sehe zum Glück keine Löwen und will ein Foto machen. Meine Kamera überhitzt – sie löst nicht mehr aus. Fünf Minuten später machen wir zum Glück eine Pause. Dabei verrät Jungle Oat, dass er weder etwas zu essen noch zu trinken dabei hat.

Zurück zum Mokoro
Andreas fragt, ob wir in der Nähe unseres Mokoro sind. Jungle Oat lacht: “75 Minuten weit weg!” Mist. Wir gehen weiter – zu einem Elefanten, einem toten Elefanten. Highlight auf dem Rückweg ist ein Adler, der direkt über uns seine Kreise zieht; genial für Fotos. Der Weg führt uns durch freies, offenes Land. Mein Thermometer zeigt 38 Grad. Heißer Wind bläst uns ins Gesicht. Keine Wolken am Himmel. Heftig.

Immer wieder habe ich die Zeile “The roof, the roof, the roof is on fire – burn, burn, burn!” im Kopf. Irgendwann kommen wir völlig erschöpft am Mokoro an. Jungle Oat trinkt mein letztes Wasser aus. Das reicht ihm nicht, also schöpft er noch einmal Wasser aus dem Okavango – warum nicht schon früher? Ich trinke das lieber nicht.















