Auf dem Weg nach Windhoek
Die Fahrt bis Rehoboth ist langweilig, sagt Andreas. Die Strecke misst etwa 200 km. Man sieht jeweils die nächsten 42,345 Kilometer, danach nicht mehr, wegen der Erdkrümmung. Ich schlafe zwischendurch. In Rehoboth rufen wir Bennie an. Bennie ist ein Kontakt eines Kollegen, weitergereicht über mehrere Ecken. Gesagt, getan: Auf unserem Plan steht “Treffen mit Bennie um 18:45 Uhr am Flughafen Windhoek”.

Ankommen bei Bennie und Marianna
Das Grundstück von Bennie und Marianna liegt etwa 10 km hinter dem Flughafen in Richtung Ghanzi/Botswana am Trans-Kalahari-Highway. Der Abend verläuft sehr nett; die beiden sind super sympathisch und geben uns viele Tipps für unsere weitere Route. Wir werden sogar zum Essen und Übernachten eingeladen. Es gibt afrikanisches Wild (was genau, entgeht mir wieder). Es schmeckt hervorragend. Das Tolle daran: Selbstversorger. Alles ist selbst gemacht und selbst zubereitet. Daran denke ich noch lange.
Gespräche über Verantwortung
Ich unterhalte mich intensiv mit Marianna über ihre Arbeit, die letzten Projekte, die Zusammenarbeit mit Menschen vor Ort und deren Wertvorstellungen. Immer wieder fällt mir dabei das Lied von den Ärzten ein, das wir zwei- bis dreimal auf der Fahrt hören: “Es ist nicht Deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist – es ist nur Deine Schuld, wenn sie so bleibt”. Wir kommen immer wieder auf die Themen Ausbildungssysteme und langfristige Perspektiven der Menschen vor Ort. Wenn externe Unterstützung vorhanden ist, laufen Projekte oft stabil; ohne klare lokale Verantwortlichkeiten geraten Strukturen leicht ins Wanken. Ich könnte jetzt noch lange weiterschreiben, doch zu einer Lösung komme ich nicht. Der Abend verläuft weiter interessant und angenehm, bis er schließlich im Gästezimmer endet, in dem ich noch ein paar SMS tippe.

