Früher Morgen im Dachzelt
Das Auto wackelt, Andreas bewegt sich im Dachzelt nebenan. Die Vögel sind bereits aktiv, das Zelt ist noch dunkel. Ich schaue auf die Uhr: kurz vor sechs. Ich klappe das Zelt auf und fühle mich wie ein Vampir bei Tageslicht. Einen Moment lang denke ich, ich kann mich noch einmal zum Ausschlafen hinlegen. Da steht Andreas schon an meinem Zelt und meint, wir können direkt aufstehen. Er geht schon einmal duschen. Guten Morgääähn.

Heiße Quellen und goldene Berge
In Erinnerung an den gestrigen Abend denke ich an den Namen des Campgrounds, insbesondere an die ”Hot Springs”. Ich habe gestern auch einen Pool gesehen. Das ist jetzt ideal: in einem warmen Pool schwimmen. Also packe ich die Badehose und klettere aus dem Zelt. Unten an der Trittleiter staune ich: Rings um uns stehen Berge. Damit rechne ich wirklich nicht. Gestern ist es dunkel gewesen, aber die Bergmassive müsste ich doch gesehen haben. Schlaftrunken schleppe ich mich zum Pool und stelle fest, dass das Wasser zum Glück nicht 60 Grad wie die Springs hat, sondern nur 28 Grad. Das macht mich wach! Und das Genialste: Während ich meine Bahnen ziehe, geht die Sonne auf und taucht die Berge in warmes Licht. Die Dusche danach trägt ebenfalls dazu bei, dass wir bereits um 7 h fertig sind.
Packen und Blicke der Campnachbarn
Wir packen noch das Auto um, sodass unsere Rucksäcke nicht mehr allesamt auf der Rückbank herumfliegen. Um ca. 7:45 kommen wir vom Bezahlen zurück und sind vollständig gepackt. Dabei fallen mir die komischen Blicke unserer Campnachbarn auf, die auf uns gerichtet sind. Egal – ich weiß selbst, dass das ein wenig bescheuert ist, spät nachts anzukommen, aufzubauen, Essen zu machen und morgens in aller Herrgottsfrühe wieder abzureisen. Spät nachts ankommen, aufbauen, essen, früh wieder weg: nicht ideal.

Ziel des Tages: Seeis und 800 km
Wir wollen heute noch Bennie treffen. Er ist ein Kontakt in Seeis, in der Nähe von Windhoek. Bis dorthin sind es noch einmal ca. 800 km. Das ist heute die Ausnahme. Morgen schlafen wir aus.