Zodiak-Start und erste Begegnungen
Am Zodiak treffen wir unseren Skipper “Skipper” (der heißt wirklich so) und bekommen die erste Einweisung: Verhalten an Bord, Sicherheit, Blick nach vorn. Dann geht es los. Wir sitzen ziemlich weit hinten im Boot, weil es vorne heftig werden soll, wenn das Zodiak über die Wellen springt. Die Hafenausfahrt ist noch angenehm. Schon dort zeigt sich das erste Wildlife: ein Seeadler, der für die Jungen fischen geht. Kurz darauf nimmt “Skipper” Tempo auf, und wir hüpfen über die ersten Wellenberge in Richtung einer Sandbank.
Robbenbank und Warten auf Grau-Wale
An der Sandbank liegen Robben und Seelöwen und sonnen sich tatsächlich, trotz unserer Regenjacken. Wir bleiben kurz, schauen, atmen durch, und nehmen die Szene mit. Danach steuert “Skipper” eine Bucht an, in der oft Wale zu sehen sind. Wir sind noch gut gelaunt, selbst die etwa 2 m hohen Wellenberge machen uns nichts aus. Innerhalb von fünf Minuten sind wir dort. Eine andere Reisegruppe zieht weiter, und wir warten.


Und das Warten dauert nicht lange. Relativ schnell tauchen direkt vor und hinter unserem Zodiak Grauwale auf, um Luft zu holen. Es ist ein wahnsinniges Gefühl, wenn so ein 17 m Wal nur 4 bis 5 m vom Schlauchboot entfernt auftaucht und ausatmet. Einmal kommen sogar zwei Tiere parallel neben unserem Boot hoch. Ich finde das traumhaft. Sabrina verfolgt derweil ein anderes Ziel: so schnell wie möglich wieder an Land zu kommen. Denn während wir warten, stellt “Skipper” den Motor ab, und wir treiben schwankenderweise in den Wellen.
Buckelwale und Rückweg durch die Fjorde
Irgendwann ist unsere Zeit bei den Grauwalen leider vorbei, und wir machen uns auf den Weg zurück Richtung Tofino. Dann schreit der Typ ganz vorne im Boot, er habe einen springenden Wal gesehen. “Skipper” funkt kurz und erfährt, dass auch Buckelwale gesichtet werden. Also drehen wir um, sehr zur Freude von Sabrina, und suchen nach den “Humpbacks”. Der Unterschied zu den Grauwalen fällt sofort auf: die Schwanzflosse wirkt bei dieser Art etwa dreimal so groß. Auch das Fressverhalten ist anders. Sie orten von unten einen Schwarm Fische und schießen mit enormer Geschwindigkeit nach oben. Dabei nehmen sie Unmengen Wasser und Fisch auf. Oft brechen sie dabei durch die Oberfläche, was spektakulär aussieht.

Nachdem Sabrina noch einmal die Reling grüßt, machen wir uns endgültig auf den Heimweg. Diesmal geht es eher durch die Fjorde Richtung Inland. Das Wasser ist dort ruhig und gibt den Blick auf die Küste frei. Kurz vor Tofino legen wir noch einen Zwischenstopp ein und schauen uns das Nest des Seeadlers vom Anfang der Tour an. “Skipper” erklärt, dass sich Seeadler als Paar finden und, sobald die ersten Kleinen da sind, ein Leben lang zusammenbleiben. Oft wohnen sie auch im gleichen Nest.

Weiterfahrt Richtung Parksville und Motel
Fünf Minuten später sind wir wieder am Auto, geben unsere Sachen ab und ruhen uns erst einmal aus. Sabrina ist käseweiß und schläft neben mir im Auto, während ich mich um administrative Dinge unserer Reise kümmere. Nach ungefähr einer Stunde brechen wir auf in Richtung Victoria. Uns ist klar, dass wir niemals so weit kommen. Aber zumindest den Pacific Rim Highway und das Regenloch Tofino wollen wir hinter uns bringen und wieder näher an Parksville heran. Unterwegs liegt ein kleiner netter See, an dem wir uns erleichtern und danach den Sonnenuntergang genießen.


In Parksville sind wir noch fit genug, um bis nach Ladysmith zu fahren und dort ins Motel zu wollen. Gedacht, gesagt, getan, aber nur fast. In diesem verlassenen kleinen Städtchen gibt es exakt ein Hotel, in das wir nicht unbedingt wollen. Also fahren wir weiter ins nächste Café und suchen uns ein Motel. Diesmal ist es ein rosanes. Gute Nacht!




